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Die Coronakrise ist ein gutes Lernfeld

Die Coronakrise ist ein gutes Lernfeld
Wir werden jetzt keine Prognosen über die Coronakrise abgeben. Di stellt ein komplexes, wenn nicht sogar chaotisches System dar und ist damit langfristig nicht prognostizierbar. Wer zum jetzigen Zeitpunkt langfristige Vorhersagen macht, ist nicht seriös.
Die augenblickliche Krise ist auch ein sehr eindrucksvolles Beispiel für Change Prozesse und Führung. Wir möchten Sie einladen, viele Überzeugungen, die sich über Jahrzehnte etabliert haben auf den Prüfstand zu stellen.
Wir legen dazu den Fokus auf drei Bereiche, die den Umgang in Unternehmen stark prägen.
1. Führungsgewohnheiten
2. Selbstständiges Lernen
3. Menschenbild
Was wir schon jetzt in der Corona Krise lernen können:

Führungsgewohnheiten


Home Office kann nicht funktionieren
Jetzt, wo Home-Office einfach passieren muss – funktioniert es plötzlich und die Befürchtung erweisen sich als übertrieben.
Zitat eines unserer Kunden: Alle arbeiten jetzt zu Hause und wir waren noch nie so effizient. Das ist natürlich nur ein Einzelfall.Nach der Krise wird es sehr schwer sein, Home-Office generell ab zu lehnen

Regelmäßige Meetings sind ein unerlässliches Führungsinstrument
Und plötzlich geht vieles ohne stundenlange Meetings. In vielen Unternehmen geht die Arbeit, wenn auch eingeschränkt, weiter. Mitarbeiter haben entweder kurze Briefings oder suchen sich die notwendigen Aufgaben selber. Und das scheint im Großen und Ganzen zu funktionieren. Das wirft die Frage auf, wie notwendig es vorher war, dass sich Führungskräfte bis zu 50 % ihrer Zeit in Meetings aufgehalten haben. Wenn sich die Krisensituation lockert, sind zwei Fragen sehr sinnvoll:
Welche Meetings haben wir überhaupt nicht vermisst?
Was haben wir erfolgreich statt Meetings zur Abstimmung benutzt?

Selbstständiges Lernen



Es gibt Mitarbeiter, die kommen bei der Digitalisierung einfach nicht mehr mit.
Deshalb können wir keine Onlinekonferenzen machen. Seit Jahren beobachten wir, dass in den Firmen zwar aufwändiges online Equipment angeschafft wurde, aber nicht oder nur von wenigen benutzt wurde. Was aber sehr spannend ist: Ganz plötzlich können fast alle Skype oder Zoom bedienen, und zwar ohne lange Schulung. Selbst online Gegner haben sich in kurzer Zeit digitale Kompetenzen besorgt. Es macht eines deutlich: Lernen hat nichts mit dem Alter oder geistigen Kapazität zu tun, sondern mit Sinnhaftigkeit. Wenn die Gewohnheiten spürbar gestört wurden und eine Veränderung nötig ist, schaltet jedes Gehirn auf lernen.

Eigenständiges Lernen von Mitarbeitern ist eine schöne Utopie
Was ist passiert, nachdem die Schulen vor dem Abitur geschlossen wurden? Schüler schließen sich zu Lerngruppen zusammen und stellen sehr gute Tutorials und YouTube Filme im Netz online und erarbeiten sich eigenständig den Stoff. Das ist den Pädagogen über Jahre hinweg nicht gelungen.

Menschenbild


Das Bild, das wir von anderen Menschen haben hat sich in den ersten 20 Lebensjahren gebildet und wird in Gesprächen mit anderen gegenseitig bestätigt. Das dem Kapitalismus innewohnende Menschenbild besagt, dass Menschen egoistisch und auf Gewinnmaximierung orientiert sind. Das, was ich über Menschen oder im speziellen Mitarbeiter denke, bestimmt natürlich stark das Führungsverhalten.

Menschen sind von Natur aus faul
Im Augenblick kann man die Mitarbeiter beim Arbeiten nicht mehr beobachten, aber die befürchtete Faulheit bleibt aus. Dies gilt zumindest für den größten Teil der Mitarbeiter.

Menschen sind von Natur aus egoistisch
Hierfür gibt es sehr viele Beispiele. In meiner Wohngegend sind die Laternen gepflastert mit Angeboten von Menschen, die anbieten rEinkäufe für Mitbürger, die zur Risikogruppe gehören, zu übernehmen. Ohne äußere Steuerung organisieren Menschen Nachbarschaftshilfe oder nähen Atemmasken .
Das entspricht der Kenntnis der Neurobiologie. Die stärkste Motivation die Menschen haben können, ist anderen zu helfen.

Kommunikation an Mitarbeiter muss man sorgfältig filtern
Die gesamte politische Welt bestätigt unsere Kanzlerin eine hervorragende Krisenkommunikation: direkt, transparent und persönlich/emotional. Dazu kommt unter anderem die ruhige Transparenz des Robert-Koch-Instituts. Und das Ergebnis: der überwiegende Großteil der Bevölkerung in Deutschland verhält sich sehr vernünftig. Aus dem Polizei Statistiken geht klar hervor, dass nur eine kleine Minderheit die Regeln der Vernunft missachtet. Das oft gehörte Argument: „Das können wir den Mitarbeiter nicht erzählen, da können Sie nicht mit umgehen“ sollten wir in Zukunft so einfach nicht akzeptieren. Was auf Beschwichtigung ausgelegte Kommunikation anrichtet, kann man zurzeit sehr gut in den USA sehen.

Die Corona Krise bietet etliche Chancen, Gewohnheiten und Meinung zu hinterfragen. Wir sollten sie nutzen.

Bleiben Sie gesund
„in der  Krise brauchen wir Umsicht und gegenseitige Unterstützung“